Tobias stört

Vom richtigen Umgang mit schwierigen Schülern

 

 

In diesem Kurs wird nach 35 Dienstjahren Praxis geschildert, mit welchen erfolgreich eingesetzten Maßnahmen Verhaltensstörungen bei Schülern begegnet werden kann.

Neben Ideen zum Erkennen und Beschreiben des Arbeits- und Sozialverhaltens geht es in diesem Lehrgang um die Förderung von Grundschulkindern mit verhaltens- und leistungsbedingten Besonderheiten, die den Unterrichtsablauf behindern, die Mitschüler belästigen oder sogar die Gesundheit der Lehrkräfte gefährden. Für die notwendigen Verhaltensänderungen einzelner SchülerInnen wurde ein Training in drei Stufen entwickelt und praktiziert:

Loben – Selbstbeobachtung - Konsequenzen

Hier werden nicht nur Ratschläge gegeben, wie man mit schwierigen Kindern umgeht, sondern es wird auch eine Einführung in „offenen Unterricht“ vermittelt. Je mehr Kinder selbstständig arbeiten können, umso mehr Zeit bleibt der Lehrkraft, sich intensiv um  störende, schwächere oder auderende,ch um besonders begabte SchülerInnen zu kümmern.

  

Eine Sammlung dieser Maßnahmen kann konsequent nach neuen Vorfällen, Ereignissen usw. erweitert und ergänzt werden. Mitgebracht werden viele Unterrichtsmaterialien, die in kleinen Schritten auch das Verhalten der Schüler verändern können.

 

Die Veranstaltung kann auf Wunsch der Schulen als 3- oder 6-stündige Veranstaltung durchgeführt werden.

 

Zu dieser Veranstaltung ist ein Buch mit einer umfangreichen Materialsammlung auf einer beiliegenden CD erschienen. Ein Buch aus der Praxis für die Praxis. Bestellungen im Buchhandel oder direkt bei Autor ( 39,80 €) zur portofreien Lieferung über hp@boyken.de .

Zu diesem Lehrgang ist das Buch erschienen:ISBN Nr. 978-3-938198-05-6
Zu diesem Lehrgang ist das Buch erschienen:ISBN Nr. 978-3-938198-05-6

Dank Boyken stört Tobias nicht mehr


Zeven. Wie muss ein Lehrer handeln, wenn sich ein Schüler nicht an die Regeln seiner Schule hält? In der Praxis stellt diese Frage oftmals eine kaum zu überwindende Hürde dar. Heinz-Peter Boyken, pensionierter Grundschullehrer und -rektor, hat sich mit seinem Buch „Tobias stört – Vom richtigen Umgang mit schwierigen Schülern“ diesem Problem angenommen und eilt den betroffenen Lehrkräften zur Hilfe. Im Auftrag der Katana-Stiftung hielt er nun in „Jad‘s Piano“ einen Vortrag vor der Lehrerschaft der Samtgemeinde. Von Dennis paasch


Für ein besseres Unterrichtsklima verteilte Heinz-Peter Boyken unter anderem Urkunden für gute Leistung an seine Schüler. Foto: pas

Boyken hat in seinem Leitfaden seine Erfahrungen aus 35 Dienstjahren gesammelt und diese mit vielen Materialien und Ideen zur Intervention zusammen veröffentlicht. Die Zevener Katana-Stiftung mit ihrer Initiative „Pro Jugend“ lud den Vareler nun als Referenten zu einem Workshop für die Lehrkräfte der Schulen der Samtgemeinde ein. In „Jad‘s Piano“ hielt Boyken vor über 60 begeisterten aktiven Lehrern einen Vortrag zum Thema.

 

Veranstaltung gut besucht

Gekommen waren aber nicht nur Lehrer aller Zevener Schulen, sondern auch Kollegen aus Sittensen und Groß Meckelsen sowie Mitglieder des Präventionsrates, der Kirchengemeinde Bremervörde-Zeven und Politiker der großen Parteien. So durften Jürgen Naujoks, Ruud Witte, Wolfgang Saul und Jad Aridi auch Bürgermeister Hans-Joachim Jaap (CDU) unter den Gästen begrüßen.

 

„Wir wollen nicht nur Geld sammeln, sondern auch etwas für die Jugend tun“, erklärte Jürgen Naujoks die Grundlagen der Stiftung. Es habe ihn erschrocken, als er hörte, dass Lehrer teilweise krank werden, weil die Schüler sie zur Verzweiflung brächten. Heinz-Peter Boyken sei ein viel gefragter Mann, der einen immensen Erfahrungsschatz mitbringe. Daher freue sich die Stiftung besonders darüber, dass es gelungen sei, den 65-Jährigen für einem Kurzvortrag zu gewinnen.

 

Keine Patentrezepte

Gleich zu Anfang seines Vortrages stellte Heinz-Peter Boyken klar, dass er keinem Lehrer irgendwelche Patentrezepte für den Umgang mit ihren Problemschülern liefern könne. Zu unterschiedlich seien die verschiedenen Charaktere und Unterrichtssituationen. Vielmehr berichtete er über seine Erfahrungen im Ungang speziell mit einem Schüler, der auch der namensgebende Tobias seines Leitfadens ist.

 

Diesen Jungen habe er von einer anderen Schule „geerbt“, wie Boyken erläutert, weil die dortigen Lehrkräfte gegen sein Verhalten keine Mittel mehr gefunden hätten. Der Grundschullehrer habe sich daraufhin intensiv mit Tobias beschäftigt, verschiedene Richtlinien erarbeitet und sei so gut mit ihm zurecht gekommen. Seine gesammelten Methoden haben in 35 Dienstjahren seinen Unterrichtsalltag erleichtert, so Boyken, der immer dankbar für neue Ideen gewesen sei.

 

Eigenes Drei-Stufen-Modell

Das Modell, das Boyken im Laufe der Jahre als Lehrer erarbeitet hat, basiere auf drei Stufen: Loben, Selbstbeobachtung und Konsequenzen. Zudem plädiere er für den „offenen Unterricht“, da nicht der Lernort oder die Lernart entscheidend seien, sondern der Lernerfolg.

 

Das Loben seiner Schüler, auch für Kleinigkeiten, sei eine wichtige Grundlage seines Unterrichts gewesen, erläutert Boyken: „Besonders schwierige Schüler, die aus einem komplizierten Umfeld kommen, sind auf Bestätigungen angewiesen“. Daher habe er sich bemüht, immer etwas Positives an seinen Schülern und deren Arbeiten zu sehen und das diesen auch mitzuteilen.

In der zweiten Stufe seines Modells – Selbstbeobachtung – lernen die Schüler zu erkennen, dass sie permanent in einer Beziehung zu ihren Mitschülern stehen. Störende Schüler erführen so, welche Bedeutung ihr Verhalten für sie selbst und für die menschen ihrer Umgebung habe.

Der dritte Teil seines Modelles, die Konsequenzen, benötigen nur wenig Erklärung. Wenn keine Maßnahme greife und der Schüler sein Verhalten nicht ändere, müsse er auch lernen, die Konsequenzen für sein Verhalten zu tragen – von der Straf-Abschreibarbeit über Arbeitsverbot bis hin zum Schulverweis seien da – je nach Art und Häufigkeit der Verstöße – viele Möglichkeiten denkbar. „In jeder Gesellschaft gibt es Regeln, an die sich alle halten müssen. Auch Schüler müssen ein Regelbewusstsein entwickeln und lernen, dass ihr Handeln Einfluss auf die Gesellschaft hat“, so Boyken, der als Referent sehr gefragt ist. Er könne theoretisch jeden Tag irgendwo eine Veranstaltung betreuen. Damit das Privatleben nicht zu kurz komme, böte er seine Dienste nut zwischen Herbst und Ostern an und nehme so ungefähr 50 Termine wahr: „Diese zweite Karriere nach meiner Zeit als Lehrer hätte ich nicht für möglich gehalten.“

 

Der nächste Bundeskanzler

„Wussten Sie eigentlich, dass Sie den nächsten deutschen Bundeskanzler in Ihrer Klasse haben?“ – mit dieser Frage verblüffte Boyken seine Zuhörer, denen er so in Erinnerung rufen wolle, dass „Lehrer der tollste Beruf der Welt“ sei und dass sich Engagement stets auszahle.

 

Die Anwesenden quittierten den Vortrag, der in einer lockeren Fragerunde endete, mit viel Applaus und die Organisatoren von der Katana-Stiftung können sich auf die Fahnen schreiben, einen gelungenen Workshop angeboten zu haben, der – so die Meinung vieler Teilnehmer – eine Wiederholung verlange.

 

Text aus; VBE Niedersachsen "zeitnah" 1-2/2013, S. 19-20,

http://www.vbe-nds.de/downloads/Berufspolitik/vbe_nds_zn_1_2013_Pad_Mitarbeiter.pdf